Heidelberg, 24.04.2026
PRESSEMITTEILUNG
Die geplante Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) sorgt derzeit für erhebliche Unruhe in der Ärzteschaft. Insbesondere in technisch geprägten Fächern wie der Radiologie zeichnen sich deutliche wirtschaftliche Einbußen ab, die nicht ohne Folgen für die medizinische Versorgung bleiben werden.
Nach aktuellen Berechnungen ist in einzelnen Bereichen mit Honorarrückgängen von bis zu 40–50 % zu rechnen. Diese Entwicklung steht im klaren Widerspruch zu den steigenden Anforderungen an moderne Medizin: Hochleistungsgeräte, qualifiziertes Personal, digitale Infrastruktur und zunehmende regulatorische Vorgaben führen seit Jahren zu steigenden Kosten – nicht zu sinkenden.
Die geplante GOÄ-Novelle ignoriert diese Realität weitgehend. Statt einer zukunftsfähigen, leistungsgerechten Vergütung droht eine strukturelle Unterfinanzierung, die mittel- bis langfristig zu einer Einschränkung des Leistungsangebots führen kann. Besonders betroffen sind innovative diagnostische Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT), die eine zentrale Rolle in der frühen und präzisen Diagnostik spielen.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies konkret:
- längere Wartezeiten
- reduzierte Verfügbarkeit moderner Diagnostik
- und perspektivisch eine Verschiebung medizinischer Leistungen in den Selbstzahlerbereich
Die aktuelle Entwicklung wirft zudem Fragen zur Ausgewogenheit der Interessenvertretung innerhalb der Ärzteschaft auf. Während einige Fachgruppen vergleichsweise wenig betroffen sind, tragen andere die Hauptlast der geplanten Einschnitte. Eine einheitliche, solidarische Position ist derzeit nicht erkennbar.
Es bedarf dringend einer Überarbeitung der Reformpläne. Eine moderne Gebührenordnung muss die tatsächlichen Kostenstrukturen berücksichtigen, Innovation fördern und die Qualität der Patientenversorgung sichern. Andernfalls droht eine schleichende Erosion medizinischer Standards im privatärztlichen Bereich.
Für Rückfragen zu Therapieplatzmangel und langen Wartezeiten, was sich beides durch die Honorarkürzung und sämtliche weitere Einschnitte, die aktuell umgesetzt und geplant werden, noch verschlimmern wird, melden Sie sich bitte beim GKV Spitzenverband, Telefon +49 30 206 28 80
Tragen Sie dort gerne Ihr persönliches Anliegen und auch Ihre Beschwerde vor. Alternativ nutzen Sie die Möglichkeit per E-Mail über kontakt@gkv-spitzenverband.de
Pressekontakt:
Philip G. Petry
Facharzt für Radiologie
Eppelheimer Straße 8
69115 Heidelberg
E-Mail: info@offener-mrt.com



